Bruno nimmt Abschied

Kompetenzorientierter Impuls für das 3./4. Schuljahr

1.       Anforderungssituation      

Die Anforderungssituation steht im Zusammenhang mit der Hauptfigur (Bruno) aus dem Kinderbuch „Hat Opa einen Anzug an?“ von Amelie Fried, 2021 (17. Auflage). Die Anforderungssituation ist als Prolog zum Buch gestaltet, der fiktiv die Ereignisse vor dem Tod des Großvaters aufgreift, um so die Schüler*innen in eine (eventuell selbst erlebte) Situation mitzunehmen.

Da Bruno auf dem Cover des Buches rätselnd vor zwei Erwachsenen (seinen Eltern?) steht, bietet es sich an, das Cover als unterstützenden Bildimpuls bei der Präsentation der Anforderungssituation zu verwenden.      

Als Bruno kurz vor dem Abendessen vom Spielen rein kommt, hört er Mutter im Wohnzimmer weinen. Bruno ist erschrocken. Er hört den Vater sagen: „Wir müssen es Bruno sagen!“ Die Mutter sagt: „Aber er ist doch noch so klein!“ Bruno merkt, dass es ihm ganz komisch wird im Bauch. Da sagt der Vater: „Wir dürfen es ihm nicht verheimlichen, dass sein Opa stirbt. Der Tod gehört zum Leben.“ Bruno steht vor der Tür. Die Worte „Sterben“, „Opa“ , „Tod“ und „Leben“ schwirren in seinem Kopf herum. Er weiß, dass Opa lange schon krank ist. Oft war er in den vergangenen Wochen bei ihm im Krankenhaus. Da hat es immer komisch gerochen und mit Opa war nichts los. Da war er froh, wenn sie wieder nach Hause gegangen sind. Aber was heißt das: Opa stirbt?

2.       Lernbedingungen und Lernausgangslage

a) Lernbedingungen ermitteln:

  • Elternbrief ausreichend im Vorfeld schreiben (siehe Material)> Situation in den Familien klären > akuter Trauerfall innerhalb der Familie?
  • Kolleg*innen befragen: akuter Trauerfall innerhalb der Lerngruppe /Schule / Wohnumfeld (Dorf; Wohngebiet)?
  • Falls akuter Trauerfall: Entscheiden, ob Unterrichtseinheit stattfinden kann  (z.B. klären, ob 2. Fachkraft zur Seite steht) oder nicht oder ob es sogar besonders angebracht ist, jetzt diese UE durchzuführen

b) Lernausgangslage ermitteln:  

  • mit Forschungsaufgabe von Mirjam Schambeck(siehe Lernwege anlegen, Erarbeitungsphase)

3.       Selbstdiagnose der/des Unterrichtenden

a) mögliche allgemeine Fragen:

  • Wo habe ich Tod und Trauer erlebt?
  • Wie habe ich den Umgang mit Tod und Trauer in meiner Kindheit erlebt?
  • Wo habe ich Hilflosigkeit im Umgang erlebt?
  • Was hat mich gestärkt und ermutigt?
  • Wovor fürchte ich mich, wenn es um Sterben, Tod und Traurigkeit geht?
  • Welche Fragen habe ich zum Sterben und Tod?
  • Was erhoffe ich im Blick auf mein Sterben, meinen Tod und mein Todes-Danach?

b) mögliche spezielle Fragen:

  • Wann habe ich zum ersten Mal eine Beerdigung erlebt? Wie ging es mir damit?
  • Kenne ich die Phasen des Trauerprozesses aus eigener Erfahrung? Was/wer hat geholfen?

4.       Fachwissenschaftliche Orientierung

a)   (Brunos) Trauerphasen

Wie lange ein Mensch für seine Trauer braucht, ist sehr verschieden. So wie Bruno erleben viele Menschen in der Trauerzeit unterschiedliche Abschnitte mit unterschiedlichen Gefühlen. Die Gefühle verwandeln sich bei Bruno. So geht es vielen Menschen: Je länger es her ist, dass jemand gestorben ist, desto mehr verwandeln sich die Gefühle.

Bruno erlebt vier Abschnitte:

    1. DER SCHOCK: Bruno will den Tod von Opa nicht wahrhaben. Er hat Angst.
    2. DIE WUT: Bruno ist wütend und traurig.
    3. DIE ERINNERUNG:Bruno sucht Plätze und Gegenstände der Erinnerung (der Sessel, der Bootssteg, Opas Bild, das Segelboot). Bruno kann  sich freuen an diesen Gegenständen.
    4. ZURÜCK-INS-LEBEN: Bruno kann wieder glücklich sein.

b) Antworten auf das „Danach“ in elementarisierter, altersgerechter Form:

  • Menschen glauben, sie kommen zu Gott.
  • Menschen glauben, nach dem Tod kommt nichts mehr.
  • Menschen glauben man kehrt als Tier/Pflanze wieder auf die Erde

5. Erforderliche und angestrebte Kompetenzen (am Beispiel Lehrplan Thüringen)

a) übergeordnete Kompetenzen

Lernbereich 1 (Die Frage der Kinder nach dem ICH und WIR

Sachkompetenz: Den Kreislauf des Lebens und damit verbundenen Lebensphasen beschreiben; über Formen der Trauerbewältigung berichten; erklären, dass aus dem Glauben die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod erwächst

Selbst-und  Sozialkompetenz: Gefühle von trauernden Menschen in Mimik, Gestik, Sprache, Bildern und Musik wieder erkennen

b) Teilkompetenzen (mit Operatoren formuliert):

Die Schüler*innen

  • gestalten ein Bild über ihre eigenen Todesvorstellungen.
  • formulieren ihre eigenen Vorstellungen vom Tod in Sätzen.
  • erläutern den Kreislauf des Lebens und nennen biologische Ursachen des Todes.
  • beschreiben, dass Menschen unterschiedlich trauern (in Länge und Art).
  • können Formen der Trauerbewältigung (vier Phasen des Trauerns) samt der dazugehörigen Gefühle und ihrer Ausdrucksmöglichkeiten wiedergeben.
  • erläutern die drei elementaren Antworten auf die Frage nach dem „Danach“.
  • erörtern einige hoffnungsvolle Grabsymbole.
  • erläutern, wieso die Weizenähre ein christliches Symbol der Hoffnung ist.
  • entwerfen und gestalten eine Trauerkarte mit einem tröstlichen Text.
  • können ein Hoffnungslied nennen, das von der Geborgenheit bei Gott im Leben und im Tod erzählt.

6. Lernwege anlegen

Geplanter Zeitraum: 8 x 45 min.

Didaktischer Dreischritt: Malen- Schreiben- Gespräch

Unterrichtsprozesslinie:

a)       Motivieren: Erstkontakt Bruno

  • Anforderungssituation präsentieren
  • Tauscht Euch aus: Habt Ihr ähnliches wie Bruno erlebt?
  • Lehrkraftimpuls: Wir wollen uns in den nächsten Stunden auch über den Tod unterhalten und dabei auch Bruno nicht vergessen und ihn in dem, was jetzt auf ihn zukommt begleiten. Am Ende der Unterrichtseinheit können wir vielleicht Bruno sogar etwas schreiben, was ihm helfen könnte. Zunächst aber ist es wichtig, Brunos Frage ernst zu nehmen: Was heißt das: Opa stirbt? Was erlebt ein Mensch, wenn er stirbt? Dazu wollen wir zunächst malen und schreiben und uns dann unterhalten.

b)  Erarbeiten: Philosophieren / Bilderbuch

  • Lehrkraftimpuls: „Ich möchte, dass sich jede und jeder von euch überlegt, was jemand im Tod erlebt, d.h. was er erlebt, wenn er stirbt. – Dieses Erlebnis sollst du nun malen. Wichtig ist eigentlich nur, dass es dein eigenes Bild ist. Du kannst dabei nichts falsch machen. Es wird nichts benotet oder bewertet. Es kommt nicht drauf an, das zu malen, was du gelernt hast, sondern was du dir dazu denkst. Wenn du willst, kannst du auch selbst auf dem Bild vorkommen. Zeit hast du genug.“ (aus M. Schambeck, Riesenschwer und kinderleicht – Kinder denken über den Tod nach, in: Bucher, A. et al., Mittendrin ist Gott, Jahrbuch für Kindertheologie, 105-113)
  • Schreibe unter dein Bild deine Gedanken zu deinem Bild, wenn du magst.
  • Entscheide, ob du allen Kindern dein Bild zeigen möchtest.
  • Tauscht euch über eure Bilder und eure Gedanken miteinander aus.
  • Vergleicht eure Bilder, was entdeckt ihr? Welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede gibt es?
  • Fasst eure Erkenntnisse zusammen!
  • Lest gemeinsam das Bilderbuch „Hat Opa einen Anzug an?“
  • Tragt zusammen, was euch an dem Buch gefällt oder nicht gefällt.
  • Untersucht, wie Brunos Gefühle sich im Lauf der Zeit verändern! Woran erkennt ihr den unterschiedlichen Gefühle? Was passiert mit Brunos Loch im Herzen, je mehr Zeit vergeht?
  • Gestaltet mit einem Seil Brunos Weg durch die Zeit nach der Beerdigung. Markiert mit Legematerialien die unterschiedlichen Stationen im Gefühlsleben.
  • Ordnet die Wort- Karten „Angst haben“, „traurig sein“, „wütend sein“, „sich freuen“, „glücklich sein“ den Stationen zu.
  • Fotografiert Brunos Weg. (Fotos für den Hefter bereitstellen.)
  • Trage mit deinem Nachbarn/deiner Nachbarin zusammen, was die unterschiedlichen Menschen Bruno sagen, wo der Opa ist und was Bruno denkt. Vergleicht die verschiedenen Antworten mit euren Gedanken!
  • Fasst zusammen, welche Antworten Menschen darauf geben, was nach dem Tod kommt. (Erwartungshorizont: Schüler*innen kennen die drei Antwortmöglichkeiten [bei Gott sein; Nichts; Wiedergeburt]; notfalls muss Lehrkraft ergänzen).
  • Vergleicht die drei unterschiedlichen Vorstellungen: Welche Vorstellungen machen Hoffnung?
  • Untersucht: Wie kommen Menschen auf diese Hoffnung(en) und wozu kann (können) sie helfen?
  • Entscheide für dich selbst, welche Position, dir heute am besten gefällt, begründe deine Entscheidung!

c) Vertiefen: Biblisches Hoffnungsbild

  •  Menschen malen manchmal ihre Hoffnung auf Grabsteine. Kennt ihr solche Bilder?
  • Tauscht euch in einer Kleingruppe darüber aus, was diese Bilder über die Hoffnung erzählen könnten. (2-3 Grabsymbole je Gruppe, z.B. Engel, betenden Hände, offenes Tor, Schmetterling etc. bereitstellen)
  • Manchmal gibt es auch eine Ähre zu sehen (Bild bereitstellen). Überlegt gemeinsam, was dieses Grabbild bedeuten könnte.
  • Lest, womit Jesus und Paulus das Sterben vergleichen (altersgerechte Übersetzung von Joh 12,24 und 1 Kor 15,35-40 bereitstellen). Wie findet Ihr diesen Vergleich?
  • Tragt zusammen, wieso Menschen diesen Vergleich hilfreich finden.
  • Lest euch gemeinsam die Strophen vom Lied „Korn, das in die Erde“ durch. Klärt miteinander, was ihr nicht versteht.
  • Hört euch das Lied gemeinsam an (CD Version bereitstellen) und tauscht euch über das Lied aus.
  • Entscheidet, ob ihr Lied das Lied a) lernen möchtet oder b) Bilder dazu anfertigt oder c) eine Begleitung mit Orff-Instrumenten entwickelt.

d)  Anwenden: Metakognition

  • Besucht gemeinsam einen Friedhof und sucht hoffnungsvolle Grabbilder. Skizziert die Bilder einzeln untereinander auf eurer Arbeitsblatt (AB bereitstellen) und schreibt daneben, warum diese Bilder hoffnungsvolle Bilder sind.
  • Entwerfe in Einzelarbeit eine Trauerkarte an Bruno:
    • Gestalte die Karte mit einem hoffnungsvollen Bild. Du kannst ein Bild auswählen, das im Unterricht besprochen wurde oder ein ganz neues erfinden. Begründe an dann deine Gestaltung.
    • Schreibe einige Zeilen auf die Innenseite der Karte an Bruno, die ihm hätten helfen können als er noch ganz traurig über den Tod vom Großvater war.

Binnendifferenzierte Aufgaben im Modus der vier Zugangs- und Aneignungsformen

  • Die folgenden Aufgaben beziehen sich auf die Geschichte vom gütgen Vater (Lukas 15,11-32), die mit dem Storybag erzählt wird: https://material.rpi-virtuell.de/material/von-gott-erzaehlen-mit-einem-storybag/
  • Impulsgeberin für diese hier veröffentlichen binnendifferenzierten Aufgaben sind die binnendifferenzierten Aufgaben zu den Storybags  David/Goliat und Jona, von B.Neukirch, RPI Fulda, 2019
  • Mehr zu den vier Zugangsformen in: Schweikert, Wolfhardt, Arbeitshilfe Religion inklusiv, Basisband, Stuttgart 2012

„Schwein gehabt!?“

Ein kompetenzorientierter Impuls für den RU der 3./4. Klasse zum Thema Engel

1.      Anforderungssituation (in einer Geschichte verpackt)

Nils (4 Jahre) hatte am Wochenende einen Unfall mit dem Fahrrad. Beim Spaziergang mit der Mutter ist er vorneweg gesaust, verlor das Gleichgewicht und fiel mit dem Rad um, direkt neben einen sehr großen Stein. Das Knie blutete. Der Ellenbogen war aufgeschrammt. Heute besucht Nils seine Oma. Kaum in der Tür ruft er: „Oma, ich hatte ein Riesenschwein!“. Seine Oma hört aufmerksam zu, streicht ihm über den Kopf, geht zu einem Schrank und holt etwas raus. Sie sagt zu Nils: „Du hast einen Engel dabeigehabt und kein Schwein! Und hier fürs nächste Mal!“ Dabei drückt sie ihm einen kleinen Engel-Schlüsselanhänger in die Hand!“ Nils ist verwirrt. Was meint seine Oma?

2.      Lernstandserhebung

Erfolgt anhand der Zeichnungen zum Schlüsselanhänger (siehe Lernwege planen).

3.      Selbstdiagnose der Lehrkraft

  • Was sind Engel für mich?
  • Wie stehe ich zur „Engel“-Flut unserer Zeit?
  • Kann ich akzeptieren, dass es Menschen mit Engelerfahrungen gibt?
  • Welche medialen Vorbilder kenne ich?

4.      Erforderliche und angestrebte Kompetenzen

a.      Übergeordnete Kompetenzen (am Beispiel Lehrplan Thüringen):

  • übergreifend für alle Jahrgänge: „Der Schüler kann Engel als Boten Gottes beschreiben.“

b.      Teilkompetenzen (mit Operatoren formuliert)

Die Schüler*innen

  • legen eigene Situationen von Bewahrung /Nicht-Bewahrung dar
  • legen ihre Meinung zu (Schutz-)Engeln dar und begründen diese
  • gestalten einen Engel nach ihren Vorstellungen
  • erläutern, dass laut der Bibel Engel Boten Gottes sind
  • beschreiben anhand der Engel im Leben Jesu, dass Schutzengel in der Bibel Leben bewahren, aber auch Lebensgefährdungen bzw. den Tod nicht verhindern

5.      Lernwege anlegen

Zeitrahmen: ca. 3- 4 Unterrichtsstunden

a.      Motivieren: Redewendung erkunden

  • Erläutert die Redewendung „Da hab ich aber Schwein gehabt!“(Hinweis: Ein Schwein aus Holz, Lego o.ä. sollte sichtbar zu sehen sein, um die Assoziation „Glücksschwein“ zu unterstützen.)
  • Male eine Situation oder schreibe eine kleine Erzählung darüber, wie Du mal „Schwein hattest.“ Entscheide, ob du dein Produkt den anderen zeigen/vorlesen möchtest.(Hinweis: Für die später geplante Stempelaktion ist es wesentlich, dass jedes Kind eine Situation auf Papier abgebildet/aufgeschrieben hat.)
  • Tausche dich mit deinem/deiner Nachbarn/in aus: Wann hattet ihr mal „kein Schwein“? (Hinweis: Hier keine Verschriftlichungen bzw. Bilder anfertigen lassen, um negative Erinnerungen nicht zu verfestigen.)
  • Fasst zusammen, was ihr bisher gelernt haben! (Erwartungshorizont: Menschen erleben in ihrem Leben, dass sie mal Schwein hatten, aber auch dass sie mal „kein Schwein“ hatten.)

b.      Erarbeiten I: Theologisieren

  • Lest euch die Geschichte von Nils und seiner Oma (Anforderungssituation) vor!
  • Knete den Schlüsselanhänger nach deiner Vorstellung! (Lernstandserhebung)
  • Tauscht euch gemeinsam aus zu der Frage: Was sind Engel?
  • Überprüft: Kennt ihr Engel in der Bibel?
  • Tragt zusammen, welche Aufgaben Engel in der Bibel haben. (Lernstandserhebung)
  • Die Bibel meint, Engel sind immer Boten Gottes. Was denkt ihr?
  • Erläutert miteinander: Warum gibt die Großmutter Nils diesen Anhänger?
  • Fasst zusammen, was ihr bisher gemeinsam herausgefunden habt! (Erwartungshorizont: Es gibt Menschen, die glauben an Gott und an Schutzengel. In der Bibel gibt es Engel, die Menschen Botschaften von Gott mitteilen und helfen.)
  • Lernt den Engel_Rap singen und erläutert, welche Meinung der Komponist  (Engel oder Glücksschwein?) hat. (Kindergesangbuch-CD https://shop.claudius.de/kindergesangbuch-cd.html)

c.       Erarbeiten II: Bilderbuch „Opas Engel“

  • Lest gemeinsam das Buch von Jutta Bauer „Opas Engel“!
  • Tragt an der Tafel zusammen: Wovor bewahrt der Engel den Opa?
  • Übertrage dir drei Situationen von der Tafel in deinen Hefter!
  • Erläutert gemeinsam das Bild „Es gab Krieg“ im Buch: Was passiert mit dem anderen Soldaten? Wo ist sein Engel? (Erwartungshorizont: Feststellen, dass auch im Buch Menschen bewahrt werden oder nicht bewahrt werden.)
  • Diskutiert in einer Kleingruppe: Heißt Nicht-Bewahrt-Werden, dass dieser Mensch keinen Engel hatte? Notiert eure Antworten und tragt sie dann den anderen vor!

d.      Vertiefen: Bibelarbeit

  • Beschreibt anhand der Krippenfiguren, wo in der Weihnachtsgeschichte Engel vorkommen! (Erwartungshorizont: Vermutlich trennen die Kinder nicht nach Lukas- und Matthäusevangelium.)
  • Tragt zusammen: Was machen die Engel in der Geschichte?(Erwartungshorizont: Kinder entdecken Engel als Boten, erinnern aber nicht, dass in Matthäus 2, 13 ein Schutzengel die Familie bewahrt.)
  • Lest in unterschiedlichen Gruppen in der Kinderbibel! (Gruppe 1: Matthäus 2, 13-15 Gruppe 2:  Matthäus 2, 19-22)
  • Stellt mit den bereitgestellten Krippenfiguren eure Bibel-Szene nach. Entscheidet, welche Figuren Ihr dazu braucht! Präsentiert dann eure Szene und beschreibt der anderen Gruppe, was dargestellt ist.
  • Fasst zusammen, welche Aufgaben Engel in der (den) Weihnachtsgeschichte(n) haben! (Erwartungshorizont: Engel bringen Botschaft, dass Jesus Gottes Sohn ist, und bewahren ihn.)
  • Enthüllt die bisher zugedeckte Szene und beschreibt, was da zu sehen ist! (Mit Egli-Figuren Jesus in Gethsemane nach Lukas 22,39-43 vorbereiten.)
  • Lest gemeinsam in der Kinderbibel Lukas 22,39-43!
  • Tauscht euch aus:  Jesus stirbt am nächsten Tag, ist das überhaupt ein Schutzengel in Lukas 22,39-43?
  • Untersucht zusammen: Was meint Lukas damit, dass ein Engel Jesus „stärkte“?
  • Diskutiert, ob auch heute Menschen durch Engel gestärkt werden.
  • Fasst zusammen, welche Aufgaben die Engel im Leben Jesu haben.
  • Macht Fotos von allen drei Szenen! (Fotos Schüler*innen für den Hefter zur Verfügung stellen.)

e.      Anwenden I:

  • Diskutiert: Gibt es Schutzengel oder nicht?
  • Tragt zusammen: Warum erzähl(t)en Menschen Geschichten von Engeln?
  • Entscheide dich: Was denkst du? Gibt es Schutzengel oder haben wir manchmal einfach „Schwein“?  Begründe deine Meinung!
  • Wenn du meinst, dass es (Schutz)Engel gibt, kannst du in dein Bild/deinen Text „Schwein gehabt!“ einen Engel stempeln. (Engelstempel bereitstellen)
  • Wenn du meinst, dass es keine (Schutz)Engel gibt, kannst du ein Schwein in dein Bild/deinen Text stempeln. (Schweinstempel bereitstellen)
  • Untersucht: Warum sagen Menschen manchmal zu anderen Menschen: „Du bist ein Engel!“

f.        Anwenden II (Metakognition):

  •  Schreibt einen Brief an Nils in Partnerarbeit und erklärt ihm, was ein Engel ist!  oder
  • Lege in Einzelarbeit mit Legematerialien ein Bild zum Thema Engel ! oder
  • Erstellt in einer Kleingruppe ein Standbild zum Thema Engel und fotografieren dieses! oder
  • Füll den Reflexionsbogen aus! (Ein Arbeitsblatt wird vorbereitet mit den Fragen: Was habe ich neu gelernt? Was habe ich nicht verstanden? Worüber will ich weiter nachdenken? Was ich gern noch wissen würde zum Thema Engel:…)

Muss alles sterben?

Kompetenzorientierter Impuls für das 1./2. Schuljahr

1.      Geschichte (Anforderungssituation), die den Kindern in der ersten US der UE vorgelesen/erzählt wird:

Stell dir vor, du läufst durch die Stadt (unser Dorf). Es ist Herbst. Die Sonne scheint. Bunte Blätter liegen auf dem Weg. Du kommst am Spielplatz vorbei. Da sind einige Kinder aus dem Kindergarten. Die Kinder spielen. Zwei Erzieherinnen stehen an der Bank und unterhalten sich. Sie merken nicht, dass ein Junge etwas abseits steht und mit einem Stock hantiert.  Als du näher kommst, hörst du ihn sagen: „Flieg! Los! Flieg!“ Du siehst, dass am Boden eine Amsel liegt. Der kleine Junge stößt den Vogel mit dem Stock an und ruft wieder: „Flieg!“ Die Amsel rührt sich nicht.

Was denkst du?

2.      Lernbedingungen und Lernausgangslage ermitteln

Lernbedingungen ermitteln:

  • Elternbrief schreiben und erklären, dass das Thema verhandelt wird > Situation in den Familien klären > eventuell direkt nach akutem Trauerfall innerhalb der Familie fragen
  • Kolleg*innen befragen: akuter Trauerfall innerhalb der Lerngruppe /Schule / Wohnumfeld (Dorf; Wohngebiet)?
  • falls akuter Trauerfall vorliegt: entscheiden, ob Unterrichtseinheit stattfinden kann  (z.B. klären, ob 2. Fachkraft zur Seite steht) oder nicht oder ob es sogar besonders angebracht ist, jetzt diese UE durchzuführen

Lernausgangslage ermitteln:

Das Gespräch im Stil des Philosophierens mit Kindern nach der Darbietung der Anforderungssituation sollte auch genutzt werden, um Wissensstände und emotionale Betroffenheiten (z. B. Tod eines Haustieres) zu eruieren. Dabei bietet es sich an, zunächst im Gespräch nur die erste Frage („Was denkst du?“) aufzugreifen und weiterzuführen mit Fragen, die klären helfen, welche Erfahrungen schon gesammelt worden („Habt ihr auch schon mal ein totes Tier gesehen?“ „Wie ging es dir/euch damit?“) und die aufweisen, ob alle Kinder den Unterschied von tot-lebendig sowie die biologischen Ursachen des Todes  kennen.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass hier auch Erfahrungen mit dem Tod von Menschen (Großeltern, Geschwister, Elternteile usw.) auftauchen. (Wie gehen Sie als Lehrkraft damit um?)

3.      Selbstdiagnose der/des Unterrichtenden

Mögliche allgemeine Fragen:

  • Wo habe ich Tod und Trauer erlebt?
  • Wie habe ich den Umgang mit Tod und Trauer in meiner Kindheit erlebt?
  • Wo habe ich Hilflosigkeit im Umgang erlebt?
  • Was hat mich gestärkt und ermutigt?
  • Wovor fürchte ich mich, wenn es um Sterben, Tod und Traurigkeit geht?
  • Welche Fragen habe ich zum Sterben und Tod?
  • Was erhoffe ich im Blick auf mein Sterben, meinen Tod und mein Todes-Danach?

Mögliche spezielle Fragen:

  • Wann habe ich zum ersten Mal ein totes Tier gesehen?
  • Wie ging es mir damit?
  • Wie erlebte ich den Tod von Haustieren? Was/wer hat geholfen?

4.      Erforderliche und angestrebte Kompetenzen (am Beispiel Lehrplan Thüringen)

Übergeordnete Kompetenzen:

  • Sachkompetenz: „über eigene Erlebnisse von Abschied, Trennung und Tod berichten“
  • Selbst- und Sozialkompetenz: „über eigene Verluste und damit verbundene Gefühle reden“

Teilkompetenzen (mit Operatoren formuliert):

Schüler*innen:

  • beschreiben eigene Erfahrungen mit toten Tieren
  • nennen Merkmale von tot – lebendig und setzen sich mit den Ursachen des Todes auseinander (philosophieren)
  • formulieren ihre Gefühle beim Anblick toter Tiere/ Erleben von Sterben Haustiere
  • vergleichen die Positionen zum Tod/Trauer der Bilderbuchfiguren
  • nennen Bestattungsrituale (in die Erde legen, Grabstein, Grabschmuck, Trostworte)
  • setzen sich mit einem Trostspruch aus dem Bilderbuch auseinander und begründen ihre Entscheidung für diesen Spruch
  • gestalten mit Farben Wörter „Heiligkeit“ und „Trauer“
  • formulieren die Geschichte von Elias Entrückung
  • setzen sich mit der theologischen Aussage der Eliageschichte auseinander (theologisieren)
  • können wiedergeben, dass Christen glauben, dass sie nach dem Tod zu Gott kommen
  • können einen biblischen Trostspruch wiedergeben
  • können ein Trostlied wiedergeben (singen)
  • erarbeiten Lösungsvorschläge zur Anforderungssituation

5.       Lernwege anlegen:

  • Geplanter Zeitraum: 6 (8) x 45 min.
  • Didaktischer Dreischritt: Malen- Schreiben- Gespräch
  • Geplanter Zeitraum: 6 (8) x 45 min.

Unterrichtsprozesslinie:

  1. Anforderungssituation den Kindern vorstellen
  2. Philosophieren mit Kindern zu Themen: eigene Erfahrungen mit toten Tieren, Gefühle; biologische Ursachen des Todes, Unterschiede tot-lebendig; Beerdigung als Abschiedsritual (Gespräch)
  3. Bilderbuchgeschichte Nilsson, Ulf, Die besten Beerdigungen der Welt,2006 präsentieren und bearbeiten nach didaktischen Ideen von Steinkühler, Martina, Religion mit Kindern 2, 2014, 37-42); darin enthalten sind u.a. folgende Schritte:
    • Kreative Bearbeitung von Gefühlen (Malen)
    • Auseinandersetzung mit Beerdigungsritualen und Positionen zum Tod (einfaches Schreiben)
    • Begleitender Bibelspruch: Ob wir leben oder sterben – du hältst uns in deiner Hand. (nach Röm 14,8)
    • Erarbeitung Bibelgeschichte: Elias Entrückung 2. Kön 2 > Theologisieren
    • Begleitendes Lied: Blätter, wenn sie gelb geworden

4. Anforderungssituation bearbeiten:

Es wird an die Geschichte der Anforderungssituation erinnert und im Rollenspiel werden die Ideen der Kinder zu den Fragen verarbeitet:

    • Was könntest du dem kleinen Jungen sagen?
    • Was könnte ihm noch helfen?